Biller dieser fantastische Ort / Gasthof Rössler Dichters Herberge
Gefunden haben wir anonymen "Dichterfürstinnen und -fürsten" uns hier
im Gasthof beim Essen.
Oder vielmehr hat uns der sogenannte Geheimrat seines Zeichens verschämter
anonymer Dichter und
erfolgreicher Unternehmer - unten in Nordbiller -
hier aufgelesen.
Zuerst waren wir nur zu Dritt. Mit der Zeit sind wir eine ganz bunte lustige
Truppe Weiblein und Männlein, die sehr pfleglich und behutsam miteinander
umgehen. Alles was wir meinen man könnte es ganz zaghaft oder manchmal
auch sehr selbstbewußt den anderen vortragen, das wird hier im gelben
Kaminzimmer über der Gaststube präsentiert.
Tja wenn man denn so ganz gemütlich an den Abenden über die eigenen
literasichen Machwerke und die öffentliche Literatur im allgemeinen spricht,
dann wird es natürlich immer spät. Oft wird es gar so spät, dass man eigentlich
überhaupt nicht mehr ins Bett müßte. Aber wenn man denn doch endlich mal
schlafen möchte, dann hat der Gasthof Rössler für uns immer ein schönes
weiß bezogenes Bett frei.
Was es dort für uns Selbstberufene
dort pro Nach kostet? Ganz einfach -
es kostet nach Belieben. Das könnte ja nun sehr preiswert sein meinen Sie.
Sagen wir mal so - es ist erschwinglich und zwar für einen Jeden von uns.
Dafür hat der 'Geheimrat' gesorgt. Er hat sich schon in seinen jungen Jahren
sehr um den Gasthof Rössler bemüht und im Grunde das ganze Anwesen
und die gesamte Wirtschaft aufrecht erhalten.
Aber das ist eine weitere Geschichte.
Unsere Übernachtung ist in sofern erschwinglich als wir 'Dichterlein' auch
eine Schiefertafel haben. Diese Tafel hängt im ersten Stock diesmal rechts
der Eingangstür. Bevor man ins gelbe Kaminzimmer geht kann man auf
die etwas kleinere Schiefertal schauen und dort steht dann eine Zahl.
Steht -836 darauf, dann heißt das, wir Dichter sind im Minus. Und wenn
dann beim nächsten Treffen dort 1.164
steht, dann bedeutet das, dass
einer oder mehrere Gönner mit 2.000 Euro dieses Minus ausgeglichen haben.
Weil wir nun unsere Machwerke nur anonym zeigen wollen - wenn denn überhaupt
mal, so haben wir die Anonymität auch in unser Gönnertum übernommen.
Kann einer sich nicht großzügig beteiligen oder eventuell garnicht, dann wird
das nicht bekannt. Denn jeder der sein Schärflein gönnerhaft oder wie auch
immer zum Ausgleich unserer Kosten beitragen will, der kann das nur geheim
und alleine machen. Jeder geht zum Abschied in die kleine Kammer neben
den gelben Kaminzimmer und steckt seinen Obulus in die schwarze Spendenbox.
Beim nächsten Zusammentreffen hat sich dann in der Regel die Zahl auf der
kleinen Schiefertafel geändert.
Es ist aber auch schon vorgekommen, dass alle zum Abschied nur die Spendenbox
gestreichelt haben und niemand etwas hineingetan hat. Doch Minuszahlen halten
sich in der Regel nicht lange auf der Tafel.
Enrico Ah
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